Steuerrisiko-Versicherung: Finanzielle Gewissheit bei bekannten Steuerfragen
Schützen Sie das Transaktionsvolumen und vermeiden Sie Escrow-Einbehalte. Steuerversicherungen sichern identifizierte Rechtsrisiken ab – schnell, diskret und rechtssicher.
* = Pflichtfeld / Required field
2–3 Werktage
bis zur Erstindikation (NBI)
bis 10 Jahre
Laufzeit – entsprechend den Verjährungsfristen
ca. 25
spezialisierte Steuerversicherer in Europa
Worum geht's?
Zentraler Hebel für M&A und Restrukturierung: Laut AIG-Statistiken machen Steuerschäden mit 25 % den größten Anteil aller versicherten Konflikte im Rahmen von M&A-Deals in Europa (EMEA) aus. Die Körperschaftsteuer ist dabei mit 34 % der Schadensfälle der mit Abstand schadensträchtigste Bereich, gefolgt von Lohnsteuer (23 %) und Umsatzsteuer (17 %). Da herkömmliche W&I-Policen bekannte Risiken ausschließen, sichert die Steuerversicherung diese gezielt ab.
01
Im Vergleich
Vergleich: Steuerversicherung vs. Verbindliche Auskunft des Finanzamts
Kriterium
Steuerversicherung (Tax Insurance)
Verbindliche Auskunft (Finanzamt)
Process-Speed
Extrem schnell: Erstindikation (NBI) in 2-3 Werktagen, Policenabschluss innerhalb von 14 bis 20 Arbeitstagen.
Unkalkulierbar: Bearbeitungszeiten liegen meist bei mehreren Monaten bis hin zu einem halben Jahr.
Zeitlicher Bezug
Maximal flexibel: Sichert sowohl künftige als auch bereits in der Vergangenheit verwirklichte Sachverhalte ab.
Strikte Restriktion: Nur für künftige, noch nicht verwirklichte Sachverhalte zulässig.
Vertraulichkeit
Vollständig diskret: Keine Einbindung des Finanzamts. Risiko verbleibt im privaten Kreis zwischen Makler, Mandant und Underwriter.
Keine Diskretion: Vollständige Offenlegung des steuerlichen Sachverhalts gegenüber der Finanzverwaltung notwendig.
Risiko bei Ablehnung
Kein Folgerisiko: Wird das Risiko nicht gezeichnet, erfährt das Finanzamt nichts davon. Keine Provokation von Betriebsprüfungen.
Hohes Aufgriffsrisiko: Bei Ablehnung ist der Sachverhalt beim Finanzamt aktenkundig. Eine Betriebsprüfung ist fast unvermeidlich.
Kostenstruktur
Einmalige Prämie (i.d.R. 1,5 % bis 5 % der Deckungssumme; durchschnittliche Rate-on-Line in Deutschland liegt bei ca. 2,7 % bei einem €30M Limit).
Gesetzliche Bearbeitungsgebühren sind gedeckelt, jedoch fallen hohe Berater- und Folgekosten durch den langwierigen Prozess an.
Maximal flexibel: Sichert sowohl künftige als auch bereits in der Vergangenheit verwirklichte Sachverhalte ab.
02
Typische Anwendungsfälle in der Praxis
Steuerversicherungen können für eine Vielzahl von identifizierten Steuerarten und Situationen abgeschlossen werden. Zu den am häufigsten versicherten Risiken zählen:
Anwendungsfall A
Grunderwerbsteuer (9 % der versicherten Sachverhalte)
Vermeidung unerwarteter Grunderwerbsteuern bei komplexen Asset oder Share Deals sowie Umstrukturierungen mit Immobilienübertragungen.
Anwendungsfall B
Organschaften & Gewinnabführungsverträge
Absicherung gegen die rückwirkende Unwirksamkeit steuerlicher Organschaften aufgrund formaler Mängel in den Verträgen.
Anwendungsfall C
Betriebsstättenrisiken (Permanent Establishment)
Schutz vor Steuernachforderungen ausländischer Behörden bei grenzüberschreitender Beschäftigung ohne physische Betriebsstätte.
Anwendungsfall D
Steuerfreie Umstrukturierungen
Sofortige wirtschaftliche Gewissheit über die Steuerneutralität von Spaltungen, Einbringungen oder Ausgliederungen (Carve-outs).
Anwendungsfall E
Verrechnungspreise (Transfer Pricing – 13 % der Policen)
Zunehmend versichert werden TP-Risiken bei konzerninternen Transaktionen und Intercompany-Darlehen (Zinskorridore).
Ihr Sachverhalt ist nicht dabei? Wir prüfen die Marktgängigkeit Ihres Steuerrisikos unverbindlich.
03
Versicherungs-Summen und Kostenstruktur
Durch die starke Etablierung des Marktes (mittlerweile ca. 25 spezialisierte Steuerversicherer in Europa) sind die Konditionen hochgradig wettbewerbsfähig:
1,5 % – 5 %
Einmalige Prämie
Typischerweise zwischen 1,5 % und 5 % des versicherten Limits. Bei einem durchschnittlichen Steuerrisiko von 30 Millionen Euro in Deutschland liegt die Prämie im Mittel bei 810.000 Euro (Rate-on-Line von 2,7 %). Die Prämie ist eine Einmalzahlung zum Closing oder Signing.
bis 157 Mio. GBP
Flexible Limits
Baerkraft vermittelt über Spezialversicherer wie Certa Deckungssummen von über 114 Mio. GBP (Stand-alone) bis hin zu 157 Mio. GBP für Non-US-Risiken.
Selbstbehalt: null
Selbstbeteiligungen (Retention)
Bei binären Steuerrisiken (z.B. Grunderwerbsteuer – ‚Ja oder Nein‘) liegt der Selbstbehalt in der Regel bei null. Bei nicht-binären Risiken (z.B. Verrechnungspreisen) lässt sich die Prämie durch einen Selbstbehalt (Teildeckung) drastisch reduzieren.
7 – 10 Jahre
Laufzeiten
Die Deckung gilt standardmäßig für 7 Jahre, kann jedoch bei komplexen Sachverhalten problemlos auf bis zu 10 Jahre verlängert werden, um den steuerlichen Verjährungsfristen vollständig zu entsprechen.
04
Wissenswertes · Steuerversicherung
Antworten auf häufige Fragen
Eine Steuerversicherung sichert im Gegensatz zur W&I-Versicherung bekannte, in der Tax Due Diligence identifizierte steuerliche Risiken ab. Wenn ein Steuerrisiko der rechtlichen Auslegung nach strittig ist, aber von den eigenen Beratern positiv eingeschätzt wird, kann es versichert werden, um Verhandlungsblockaden zu lösen und die Bildung von Escrow-Konten zu vermeiden.
Entscheidend für die Versicherbarkeit ist das Vorliegen eines fundierten Due-Diligence-Berichts oder Steuermemos einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Anwaltskanzlei. Das Risiko muss als gering bis maximal mittelschwer eingestuft werden (sogenanntes ‚Should-Level‘ bzw. ‚Should-Opinion‘ mit ca. 80 % Erfolgswahrscheinlichkeit zugunsten des Steuerpflichtigen). Aggressive Steuergestaltungen, reine Sachverhaltsrisiken oder bereits laufende Betriebsprüfungen und Rechtsstreitigkeiten sind nicht versicherbar.
Die Steuerversicherung deckt im Schadensfall die tatsächliche Steuernachforderung des Finanzamts, steuerliche Nebenleistungen (Säumniszuschläge und Zinsen), die gesamten Verfahrens- und Verteidigungskosten für die rechtliche Auseinandersetzung mit den Behörden sowie einen eventuellen ‚Gross-Up‘ (Ausgleich der Steuerpflicht der Versicherungsleistung an sich).
Die Steuerversicherung zeichnet sich durch eine hohe Liquiditätsprüfung aus: Sie zahlt den versicherten Steuerschaden bereits bei der Festsetzung (Erhalt des Steuerbescheids) durch das Finanzamt aus (Advance Tax Payments) und nicht erst nach einer rechtskräftigen Entscheidung durch ein Finanzgericht. Das schont die Liquidität des Unternehmens im laufenden Prozess.
05
Weitere Transaktionsrisiken
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