W&I-Versicherung

M&A-Deal

Was ist versichert

Die W&I- (Warranty & Indemnity-) Versicherung kommt in Unternehmensverkäufen zur Anwendung.
Versichert sind:

  1. Garantien und Freistellungen aus dem Kaufvertrag;
  2. zukünftige vertraglich Verpflichtungen aus Ungenauigkeiten in den vertraglichen Garantien;
  3. Forderungen wg. unverschuldeter Falschaussagen.

Die W&I-Versicherung kann für den Käufer als eine Art Eigenschadenversicherung, oder für den Verkäufer als eine Art Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Zielgruppe

Käufer sowie Verkäufer in „Mergers & Aquisitions“-Transaktionen, die Ihren Verhandlungs-Spielraum erhöhen möchten, z.B.:

  • bei Divergenz zwischen Verhandlungsergebnis und internen Vorgaben des Verkäufers;
  • zur Absicherung des Käufers gegen das Insolvenz- und Vollstreckungsrisiko eines finanzschwachen Verkäufers;
  • zur Optimierung des Angebots seitens Verkäufer (z.B. Vermeiden der Schaffung eines Treuhandkontos zur Sicherung der Gewährleistungsfrist).

Beispiel

Die Verhandlungen über den Erwerb eines Unternehmens sind festgefahren. Der Verkäufer, ein Private Equity-Investor, kann die Vorstellungen des Käufers zum Haftungshöchstbetrag (Liability Cap) nicht akzeptieren, da er den Verkaufserlös nach dem Closing fast vollständig an die Investoren auszahlen muss. Deshalb möchte er seine Haftung im Kaufvertrag auf einen niedrigen Betrag beschränken.
Der Abschluss einer W&I-Versicherung auf Verkäuferseite schließt diesen „guarantee capital gap“ für den Verkäufer.

Optionale Bausteine

Zusätzlich zur Grunddeckung können folgende Deckungsbausteine vereinbart werden:

  • Tax Indemnity: Forderungen aus steuerlichen Garantien.
  • Ligitation Buyout: Anhängige oder drohende Rechtsstreitigkeiten.
  • Environmental risk: Unbekannte Umweltschäden.

Ausschlüsse

Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz der W&I-Versicherung sind:

  • Forecasts oder auf die Zukunft bezogene Berichte (statements);
  • Realisierbarkeit von Forderungen oder Verbindlichkeiten;
  • Verkaufswertveränderungen durch Fehler in Rechnungsabschlusskonten;
  • Vorsätzliche, arglistige oder wissentliche Täuschung (allerdings nur bei „buyer policy“)

Besonderheiten

  • Die Dauer des Versicherungsschutzes folgt in der Regel der vertragliche Gewährleistungspflicht für die Garantien.
  • Typischerweise versicherte Garantien sind:
    • ordnungsgemäße Erstellung der Jahresabschlüsse,
    • Vorliegen erforderlicher Genehmigungen;
    • Rechtsgültigkeit der Verträge;
    • Geschäftstätigkeit im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften;
    • Zusage, dass es keine Verletzung gewerblicher Schutzrechte Dritter oder anhängige Rechtsstreitigkeiten gibt.
  • Für die Geltendmachung von Ansprüche gilt das “claims-made”-Prinzipes sind nur Schäden gedeckt, die während der Deckungsperiode geltend gemacht werden.
  • Richtwerte für Prämiensätze sind:
    • unbekannte Risiken: 1% – 2,5% der Versicherungssumme.
    • bekannte Risiken: 3% – 10% der Versicherungssumme.
    • Umweltrisiken: ab 0,5% der Versicherungssumme.
  • Der Selbstbehalt entspricht in der Regel 1% des Transaktionswertes.
  • Honorar-Kosten des Versicherers: die Anhaltsquotierung einer W&I-Versicherung ist kostenfrei. Für die Erstellung eines verbindlichen Angebots wird dagegen eine „non-intrusive due dilligence“ durch den Versicherer notwendig, welche je nach Komplexität ca. € 1.000 – € 5.000 Honorar kostet. Der Versicherer verzichtet jedoch idR. auf dieses Honorar, sofern der Kunde den Versicherungsschutz dann auch bei ihm in Deckung gibt.
  • Zeitrahmen: Anhaltsquotierung: 1-2 Tage.
    Die Erarbeitung eines detaillierten, an das SPA angepassten verbindlichen Angebots nimmt dann ca. 14 Tage in Anspruch.

Kritische Faktoren

Zur Versicherbarkeit und Prämienberechnung sind folgende Faktoren ausschlaggebend:

  • Anteil der Versicherungssumme am „warranty cap“.
  • Qualität und Level des vertraglichen Risikotransfers auf den Garantiegeber.
  • Natur des Unternehmes, Größe, Tätigkeitsbereiche, regulatorisches Umfeld.
  • Kontinuität des Managements vor und nach der M&A-Transaktion.
  • “Synergie” zwischen Käufer- und Verkäuferinteressen.

Typischer Ablauf

  1. Abschluss eines CDAs mit dem Broker
  2. Überlassung von Informationen zur geplanten Transaktion von Kunde an Broker (idR: SPA-draft)
  3. Ansprache des Brokers der in Frage kommenden Versicherer.
  4. Übersicht der erhaltenen Anhaltsquotierungen von Broker an Kunde.
  5. Der Kunde wählt einen Versicherer aus.
  6. Der Versicherer führt die “non-intrusive due dilligence” durch.
  7. Vorlage eines verbindlichen Angebot durch den Versicherer
  8. Vertagsabschluss

Mehrwert durch Abschluss bei Baerkraft

  • Absolute Neutralität in Bezug auf in Frage kommende Versicherer.
  • Durch die Spezialisierung der Baerkraft in Hochtechnologie-Branchen genießen wir hohes Vertrauen und ansehen bei den für die W&I-Versicherung infrage kommenden Versicherern. Dieses Vertrauen kommt letztlich unseren Kunden zugute.
  • Aktive Verhandlung für den Kunden zum Einschluss spezieller Risiken in den Versicherungsschutz.
  • Aktives Monitoring zu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Kunden sowie die Umsetzung des entsprechenden Schutzumfangs.