Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Was ist versichert

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (kurz: VSH) versichert die Abwehrkosten bei Schadenersatzklagen sowie die Befriedigung berechtigter Ansprüche wegen sogenannter “reiner” Vermögensschäden, d.h. Schäden die der Versicherungsnehmer Dritten durch Fehler in seiner beruflichen Aktivität zufügt.
“Reine” Vermögensschäden sind Schäden, die ohne vorhergehenden Personen- oder Sachschaden entstehen.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Vermögensschäden aus Fehlern, Pflichtverletzungen und Unterlassungen die dem Versicherungsnehmer bei Planung, Ausführung, Bewertung, Schätzung, Berechnung und Messung im Kundenauftrag unterlaufen.

Zielgruppen

Grundsätzlich sichert eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung den wohl bedeutendsten Teil des operativen Risikos aller Dienstleistungsunternehmen ab, sei es Unternehmensberater, Ingenieur, Finanzberater oder Auftragsforscher.

Für Baerkraft, als Berater von Hochtechnologiebranchen und deren Umfeld, sind insbesondere folgende Branchen zu nennen:

  • Beratungsunternehmen, deren berufliche Fehler beim Kunden zu bedeutenden Vermögensschäden führen können, z.B. aus der Beratung und Implementierung zur Strategie (Märkte, Produkte etc.), Organisation/Struktur, IT, Finanzierung, HR, Marketing, Forschung & Entwicklung, sowie für Interimsmanagement, Gutachten und Analysen.
  • Auftragsforschungsunternehmen, durch deren operative Fehler es beim Auftraggeber zu reinen Vermögensschäden kommen kann, wie z.B. durch die Nichterfüllung von Auftragsvorgaben oder auch aufgrund Verzug der Auftragsleistung.
  • Interims-Manager, deren operative Tätigkeit die organschaftliche Tätigkeit in anderen Unternehmen ist. Das D&O-Risiko des Auftraggebers wird in diesem Fall zum (operativen) E&O-Risiko des Interims-Managers.

Schadenbeispiele

  • Interims-Management: Ein Berater übernimmt als Interims-Geschäftsführer die temporäre Leitung eines fremdfinanzierten Unternehmens. Nach seinem Ausscheiden läuft das Unternehmen in die Insolvenz und einer der Geldgeber klagt auf Schadenersatz. Der D&O-Versicherer des Unternehmens gleicht den Anspruch aus, nimmt jedoch anschließend den Berater aufgrund Fehler während seiner Tätigkeit als Interims-Geschäftsführer in Regress. Die VSH des Beraters leistet hierfür Abwehr und befriedigt berechtigte Ansprüche.
  • Verwechslung von Proben im Auftragslabor: Infolge der Verwechslung zweier Gewebeproben beim Screening im Auftrag einer CRO kommt es zur Randomisierung/Behandlung eines eigentlich ungeeigneten Patienten im Rahmen einer verblindeten klinischen Studie. Der Fehler wird erst nachträglich bei Entblindung der Studie entdeckt, die Anzahl der ausgewerteten Patienten entspricht damit nicht mehr den statistischen Vorgaben zum Wirksamkeitsnachweis, woraufhin die gesamte Studie von der zuständigen Behörde oder Ethikkommission für ungültig erklärt wird. Der Sponsor verklagt die CRO auf Schadenersatz, woraufhin der Haftpflichtversicherer der CRO das Labor in Regress nimmt.
  • Verzug beim Recruiting durch CRO: Der CRO gelingt es nicht, im mit dem Sponsor vertraglich vereinbarten Zeitraum die notwendige Anzahl von Patienten für die Studie zu rekrutieren. Der Studienbeginn verzögert sich dadurch und der Sponsor klagt auf Schadenersatz.

Besonderheiten

  • Verzugsschäden können mitversichert werden;
  • Projektbezogenen Zusatzlimits können vereinbart werden;
  • Subunternehmer (auch ausländische) können mitversichert werden;

Besondere Baerkraft-Dienstleistungen für dieses Produkt

  • Aktive Verhandlung für den Kunden zum Einschluss spezieller Risiken in den Versicherungsschutz;
  • Aktives Monitoring zu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Kunden sowie die Umsetzung des entsprechenden Schutzumfangs;
  • Kompetente Beratung und Begleitung hinsichtlich Dynamik des Bedarfs beim Kunden;
  • Aktive jährliche Nachverhandlung für den Kunden zur Optimierung des Bedingungswerks sowie der Prämiensätze.